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KURZE GESCHICHTE

Der Initiatische Orden der Ritter des Lichts (O.I.C.L.) wurde am 30. April 1993 unter der Schirmherrschaft des Großorients von Italien rechtmäßig und rituell gegründet. Die neun Gründungsbrüder verfügten über eine langjährige und qualifizierte freimaurerische Erfahrung und zählten zu den sachkundigsten Vertretern der Obödienz.
Der geistige Initiator des Ordens, der bereits mit hohen institutionellen Verantwortlichkeiten betraut worden war, bezog seine spirituelle Ausrichtung zudem aus einem ununterbrochenen Wirken innerhalb der Welt der Tradition, der er seit 1970 treu geblieben war.
Im Jahr 1996 stellte der O.I.C.L. fest, dass die von der neuen Führung des Großorients von Italien eingeschlagene kulturelle, ethische und geistige Richtung mit den Gründungsprinzipien des Ordens inzwischen offenkundig unvereinbar war. Daraufhin beschloss der Orden einstimmig seinen Austritt aus der Obödienz.
Nach 185 Tagen vollständiger Unabhängigkeit, während derer Einladungen zahlreicher italienischer freimaurerischer Gemeinschaften abgelehnt wurden, die an einer Aufnahme oder Eingliederung der Gruppe interessiert waren, entschied sich der Orden für den Beitritt zur Serenissima Gran Loggia Nazionale degli A.L.A.M. – Piazza del Gesù, die damals von dem inzwischen verstorbenen Großmeister Vincenzo Milone geleitet wurde. Dabei bewahrte der O.I.C.L. seine spirituelle, rituelle und operative Autonomie uneingeschränkt.
In den folgenden Jahren nahm der O.I.C.L. aktiv am Leben der Gemeinschaft teil und erhielt bedeutende institutionelle Anerkennungen. Dem Ersten Ritter des Ordens wurde zunächst der Titel eines Stellvertretenden Großmeisters und später der eines Ehren-Großmeisters verliehen, während weitere Mitglieder des O.I.C.L. in hohe Würden der Großloge berufen wurden.
Im Jahr 2006, mehrere Jahre nach dem Tod des Großmeisters Vincenzo Milone, gelangte der Orden zu der Auffassung, dass die neue Ausrichtung der Gemeinschaft nicht mehr mit den Grundsätzen der Initiatischen Tradition vereinbar war, an denen sich sein Wirken stets orientiert hatte. Durch einstimmigen Beschluss wurden daher sowohl die Zugehörigkeit zur Serenissima Gran Loggia Nazionale Italiana degli A.L.A.M. – Piazza del Gesù als auch sämtliche den Vertretern des Ordens übertragenen institutionellen Ämter zurückgegeben. Zugleich wurden die Gründe für diese schmerzliche Entscheidung öffentlich dargelegt.
Am 4. Juni 2006 erklärte der Initiatische Orden der Ritter des Lichts durch einen feierlichen rituellen Beschluss offiziell seinen Status der Souveränen Autonomie und Unabhängigkeit.
Wenige Monate zuvor, am 21. April 2006, dem traditionell der Geburt Roms gewidmeten Tag, war die Massoneria Antica Universale (M.A.U.), eine bereits 1993 nominell gegründete Föderation, durch eine in Genua beurkundete notarielle Urkunde formalisiert worden. Mit diesem Akt bekräftigte der Orden seine Kontinuität mit einer Auffassung der Initiatischen Tradition, die sich von der modernen spekulativen Freimaurerei unterscheidet. Letztere habe sich nach Auffassung des Ordens unter dem Einfluss rationalistischer, aufklärerischer und gesellschaftspolitischer Strömungen der Neuzeit schrittweise von ihren ursprünglichen Grundsätzen entfernt.
Der O.I.C.L. hat daher stets eine klare Abgrenzung gegenüber jenen Organisationen bewahrt, die zwar äußerlich rituelle Formen und hierarchisch-symbolische Strukturen beibehalten, im Laufe der Zeit jedoch überwiegend spekulative, kulturelle oder gesellschaftliche Zielsetzungen an die Stelle authentisch initiatischer Forschung und der Weitergabe der Traditionellen Weisheit gesetzt haben. Der Orden betrachtet weiterhin die innere Formung des Menschen durch einen operativen, ritterlichen und sapientialen Initiatischen Weg als seine ausschließliche Aufgabe.
Im Jahr 2014 wurde auf Initiative des Großmeisters Renzo Canova die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit dem Obersten Rat von Italien und San Marino des 33. und Letzten Grades des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus geprüft. Trotz eines Klimas gegenseitiger Wertschätzung und Herzlichkeit führten die Gespräche nicht zu einer institutionellen Vereinbarung, welche die vom Orden als notwendig erachteten Bedingungen vollständiger Gegenseitigkeit gewährleistet hätte.
Im Herbst 2023 stellte Großmeister Luigi Pruneti anlässlich seines Besuchs am Sitz des O.I.C.L. das Projekt des Ordine Massonico Tradizionale Italiano (O.M.T.I.) vor und lud den Orden ein, einen Beitritt zur neuen Gemeinschaft unter vollständiger Wahrung seiner spirituellen, rituellen und organisatorischen Autonomie zu prüfen.
Seine Haltung aufrichtiger Offenheit, sein Respekt gegenüber jeder regulären Ausdrucksform der Initiatischen Tradition sowie sein Wille, den Dialog zwischen unterschiedlichen, durch die gemeinsame Suche nach der Wahrheit verbundenen Gemeinschaften zu fördern, bildeten die Grundlage eines konstruktiven Austauschs.
Im September 2024 trat der O.I.C.L. durch einstimmigen Beschluss der Ordensversammlung offiziell dem Ordine Massonico Tradizionale Italiano bei und bewahrte dabei uneingeschränkt seine Identität, sein rituelles Erbe und seine volle initiatische Autonomie.


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